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Rollen & Governance

Berechtigungen, BAIT & Spielregeln

Teams-Rollen im Überblick

In Microsoft Teams gibt es drei Rollen mit unterschiedlichen Rechten. Die folgende Tabelle zeigt, welche Aktionen für Besitzer, Mitglieder und Gäste möglich sind.

AktionBesitzerMitgliedGast
Kanal erstellen**
An Kanalunterhaltung teilnehmen
Kanaldateien freigeben
Apps / Registerkarten hinzufügen*
Öffentliche Teams finden / beitreten
Tags verwalten*
Mitglieder / Gäste hinzufügen oder entfernen
Team bearbeiten / löschen
Berechtigungen festlegen
Teambild ändern
Kanalfavoriten empfehlen
@Kanal-Erwähnungen zulassen
Team erneuern / rezertifizieren

* = sofern vom Besitzer freigegeben

Achtung
Aktuell sind KEINE Gäste in Teams zugelassen (Atruvia-Einschränkung). Externe Zusammenarbeit ist über Gästezugang derzeit nicht möglich.
Tipp
Legen Sie pro Team mindestens 2 Besitzer fest, um eine Vertretungsregelung sicherzustellen.

Privat vs. Öffentlich

Teams: Privat vs. Öffentlich

Privates TeamÖffentliches Team
SichtbarkeitUnsichtbar in der Team-SucheSichtbar für alle Mitarbeiter
BeitrittNur per Einladung durch den BesitzerJeder Mitarbeiter kann selbstständig beitreten
Typischer EinsatzVertrauliche Projekte, Führungskreise, HR-ThemenAbteilungen, Gesamtbank-Informationen, Communities

Kanäle: Standard, Privat & Freigegeben

StandardPrivatFreigegeben
ZugangOffen für alle TeammitgliederEingeschränkt – nur eingeladene PersonenZusammenarbeit außerhalb des Teams
SharePoint-AblageGemeinsame Team-SiteSeparate SharePoint-SiteSeparate SharePoint-Site
Planner / Stream / FormsVerfügbarNicht verfügbarEingeschränkt
Erstellen darfBesitzer & MitgliederBesitzer & MitgliederNur Besitzer
Maximale AnzahlUnbegrenztMax. 30 pro TeamUnbegrenzt

BAIT-Compliance & Berechtigungskonzepte

BAIT 6.2 – Berechtigungsmanagement

Die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) der BaFin definieren in Abschnitt 6.2 verbindliche Vorgaben zum Berechtigungsmanagement. Jede Vergabe und Änderung von Berechtigungen muss nachvollziehbar, dokumentiert und regelmäßig überprüft werden.

Pflichtprinzipien

Sparsamkeitsgrundsatz

Need-to-know und Least-Privilege: Jeder Mitarbeiter erhält nur die Berechtigungen, die für seine konkrete Aufgabe zwingend erforderlich sind.

Funktionstrennung

Anordnende und ausführende Rollen müssen voneinander getrennt sein. Wer eine Berechtigung beantragt, darf sie nicht selbst genehmigen.

Interessenskonflikte

Berechtigungen dürfen nicht zu Interessenskonflikten führen. Kritische Kombinationen sind zu identifizieren und zu vermeiden.

Umsetzung für Microsoft Teams

  • Sollkonzept je Team: Dokumentation der vorgesehenen Rollen, Mitglieder und Kanäle. Der Besitzer pflegt dieses Konzept und gleicht es regelmäßig mit dem Ist-Zustand ab.
  • IKS-Prozess: Die Berechtigungsvergabe in Teams ist in das Interne Kontrollsystem (IKS) der Bank einzubetten. Änderungen an Mitgliedschaften und Rollen sind zu dokumentieren.

Kontroll-Ziele und -Aktivitäten

KritikalitätKontroll-ZielKontroll-Aktivität
HochKeine unberechtigten Administrator-ZugriffeHalbjährliche Rezertifizierung aller Admin-Rollen
MittelKorrekte Mitgliedschaften in TeamsJährliche Prüfung aller Team-Mitgliederlisten
StandardKeine verwaisten Teams oder überflüssigen KanäleRegelmäßige Überprüfung der Team-Aktivitäten

Stichprobenhafte Überprüfung: Gemäß BAIT muss eine neutrale dritte Stelle (z. B. Interne Revision oder Compliance) stichprobenartig die Einhaltung der Berechtigungskonzepte überprüfen.

Referenz
Rundschreiben 10/2017 (BA) der BaFin – Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT), Abschnitt 6 „Benutzerberechtigungsmanagement"

Rezertifizierung

Rezertifizierung bedeutet die regelmäßige Überprüfung und Bestätigung, dass Berechtigungen noch aktuell und angemessen sind. Dies erfolgt auf drei Ebenen:

Ebene 1: Team & Kanal rezertifizieren

  • Aktivitäten des Teams analysieren — wird es noch aktiv genutzt?
  • Inaktive Teams gegebenenfalls löschen oder archivieren
  • Nicht mehr benötigte Kanäle entfernen
  • Team-Zweck und -Beschreibung auf Aktualität prüfen

Ebene 2: Mitglieder rezertifizieren

  • Vollständige Mitgliederliste prüfen
  • Zugänge und Abgänge abgleichen (neue Mitarbeiter, Abteilungswechsel, Austritte)
  • Rollen prüfen: Sind Besitzer noch die richtigen Personen?
  • Mindestens 2 Besitzer sicherstellen

Ebene 3: Dateifreigaben rezertifizieren

  • Liste aller geteilten Dateien und deren Freigaben prüfen
  • Unnötige Freigaberechte entziehen
  • Externe Links (falls vorhanden) deaktivieren
  • Sensible Dateien auf korrekte Berechtigungsstufe prüfen

MaRisk-Mindestfristen

KategorieFristBeispiel
Besonders kritischMind. halbjährlichAdministrator-Rollen, globale Admins
Wesentliche IT-BerechtigungenMind. jährlichTeam-Besitzer, Kanalberechtigungen
Alle anderenMind. alle 3 JahreStandard-Mitgliedschaften
Achtung
agree21 M365 stellt aktuell KEINE Exportdateien für Berechtigungsberichte bereit! Die automatisierte Auswertung von Team-Mitgliedschaften ist dadurch eingeschränkt.
Workarounds
  • agree21CSP: Gruppenmitgliedschaften können über das CSP-Portal exportiert werden
  • agree21ITSM: Berechtigungsreports können über das ITSM-System angefordert werden

Spielregeln für die Zusammenarbeit

a) Kommunikation

  • Outlook = externe Kommunikation (Kunden, Partner, Dienstleister)
  • Teams = interne Kommunikation (Kollegen, Abteilungen, Projekte)
  • Reaktionszeit: Nachrichten innerhalb von 24 Stunden an Werktagen beantworten
  • Mindestens 1× täglich Teams prüfen (Nachrichten, Erwähnungen, Aktivitäten)
  • Dringend = synchron (Anruf in Teams), nicht dringend = asynchron (Chat / Kanalbeitrag)
  • Kommunikationskanal nicht bei laufenden Unterhaltungen wechseln

b) Chat vs. Kanal

ChatKanal
Geeignet fürPersönliche Dinge, Kleingruppen, bilaterale GesprächeProjektbezogenes, strukturierte Diskussionen
SichtbarkeitNur für die Chat-TeilnehmerFür alle Mitglieder des Teams bzw. Kanals
DateiablageOneDrive (persönlich)SharePoint (Team-Ablage)

c) Unterhaltungen

  • Immer eine aussagekräftige Betreffzeile verwenden
  • Neue Unterhaltung stets mit @-Erwähnung der relevanten Personen beginnen
  • Die Antworten-Funktion nutzen, um Zusammenhänge zu bewahren
  • Daumen hoch für schnelle Zustimmung, statt „OK" zu schreiben
  • Pro Thema eine neue Unterhaltung eröffnen — keine Themen vermischen

d) @-Erwähnungen richtig nutzen

ErwähnungWirkungEinsatz
@NameBenachrichtigt eine einzelne Person gezieltKonkrete Rückfrage, Aufgabe zuweisen
@KanalBenachrichtigt alle Mitglieder des KanalsThemenspezifische Ankündigung
@TeamBenachrichtigt alle Mitglieder des Teams kanalübergreifendSelten und gezielt einsetzen
@TagBenachrichtigt einen benutzerdefinierten PersonenkreisRollen- oder projektbezogene Gruppen
Wichtig
Senden Sie keine Nachrichten ohne Erwähnung! Ohne @-Erwähnung erhält niemand eine Benachrichtigung und die Nachricht geht unter.

e) Meetings

  • Personenkreis klein halten — nur einladen, wer wirklich benötigt wird
  • Jedes Meeting hat drei Pflichtangaben: Agenda, Zeitumfang und Moderator
  • Timeslot 50: Meetings planen von 10:05–10:55 statt 10:00–11:00 — so bleibt Zeit für Pausen
  • Kamera einschalten für bessere Zusammenarbeit
  • Zuhörer stumm schalten, um Störgeräusche zu vermeiden
  • Ergebnisse in OneNote (Protokoll) oder Planner (Aufgaben) festhalten

f) Datenablage

  • Führende Ablage ist die Registerkarte „Dateien" im jeweiligen Kanal
  • KEINE Doppelablage — keine Kopien auf dem Desktop oder in persönlichen Ordnern
  • Dateien intern immer per Link teilen, NICHT als Anhang versenden
  • Versionierung erfolgt automatisch über SharePoint

Teams-Knigge

Verhaltensregeln für ein angenehmes und produktives Miteinander in Teams-Meetings und -Kanälen:

Kamera einschalten

Wenn möglich die Kamera aktivieren — das fördert den persönlichen Austausch und die Aufmerksamkeit.

Stummschalten wenn man nicht redet

Mikrofon stumm schalten, um Hintergrundgeräusche zu vermeiden und den Sprecher nicht zu stören.

Pünktlich sein

Meetings rechtzeitig beitreten. Audio und Video vorab testen, damit es keine Verzögerungen gibt.

Quick Reactions nutzen

Reaktionen (Daumen hoch, Herz, Applaus) zeigen Engagement und geben schnelles Feedback ohne zu unterbrechen.

Handzeichen in größeren Meetings

Die "Hand heben"-Funktion nutzen, damit der Moderator Wortmeldungen geordnet aufrufen kann.

Bildschirm teilen bei Präsentationen

Bei Präsentationen den Bildschirm freigeben — vorher Benachrichtigungen und private Fenster schließen.

Goldene Regeln der Kollaboration

1Gemeinsames Verständnis schaffen

Klare Zuständigkeiten für jedes Werkzeug: Teams = Zusammenarbeit & Kommunikation, Outlook = Kalender & externe E-Mails, OneDrive = persönliche Dateiablage.

2Aktiv und engagiert sein

Beiträge in Kanälen aktiv schreiben, nicht nur mitlesen. Emojis als Reaktionen nutzen, um schnelles Feedback zu geben und die Kommunikation lebendig zu halten.

3Benachrichtigungen individuell einstellen

Passen Sie Ihre Benachrichtigungen an, um die Informationsflut zu reduzieren. Kanalbezogene Benachrichtigungen individuell steuern — nicht alles muss sofort aufpoppen.

4Offener Dialog

Transparenz ist das Leitprinzip. Allgemeine Informationen gehören in Kanäle, nicht in bilaterale Chats. So profitieren alle vom Wissensaustausch.

Tags nutzen

Tags ermöglichen es, eine definierte Personengruppe schnell und gezielt zu erreichen, ohne jeden Namen einzeln eintippen zu müssen. Sie sind ein elementarer Bestandteil der @Mention-Funktion in Microsoft Teams.

Kategorisierung nach…

Rolle
z. B. Vorstand, Führungskraft
Projekt
z. B. Migration, Rollout
Qualifikation
z. B. Datenschutz, BAIT
Standort
z. B. München, Frankfurt

Beispiele für Tags

Marktfolge Aktiv Vorstand Privatkundenbank Compliance IT-Koordinatoren

Ohne Tags: Warum es problematisch wird

  • Zu viele Benachrichtigungen: Ohne Tags wird oft @Team verwendet — alle werden benachrichtigt, obwohl nur wenige gemeint sind
  • Störung: Unnötige Benachrichtigungen lenken ab und führen dazu, dass wichtige Nachrichten übersehen werden
  • Ineffizienz: Ohne zielgerichtete Erwähnungen sinkt die Reaktionsbereitschaft im Team

Konkretes Beispiel: Gesamtbank-Team

Ein Gesamtbank-Team könnte folgende Struktur mit Tags abbilden:

KanalRelevante TagsBeschreibung
AllgemeinAlle MitarbeiterÜbergreifende Ankündigungen und Informationen
Vorstand & FührungVorstand BereichsleiterStrategische Themen und Entscheidungen
MarktfolgeMarktfolge Aktiv Marktfolge PassivThemen der Marktfolge-Bereiche
PrivatkundenbankPrivatkundenbank KundenberaterVertrieb und Kundenbetreuung
IT & DigitalisierungIT-Koordinatoren Key-UserTechnische Themen und Projekte
Compliance & RechtCompliance DatenschutzRegulatorische Anforderungen und Rechtsthemen